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Das nächste Ziel der letzten Irlandreise meines Assistentenjahres lag in Dublin, wohin Daniel am 06. Juni anreisen wollte, sodass wir in meinen Geburtstag reinfeiern könnten, bevor wir am 07. Juni dann weiter an die Küste fahren wollten. Dafür wollte ich das Auto auf dem Park&Ride Red Cow stehen lassen; da das aber nur für 24 Stunden möglich ist, war der Plan, relativ spät am Abend am Parkplatz anzukommen, um am nächsten Tag möglichst viel Zeit in Dublin verbringen zu können. So fuhren Tara und ich nicht auf direktem Wege von Athlone nach Dublin, sondern machten einen Umweg über Kildare, wo das Nationalgestüt Irlands liegt,  das ich sowieso unbedingt sehen wollte.

Glücklicherweise zeigte sich das irische Wetter wieder von seiner besten Seite und so konnten wir die Stuten und ihre Fohlen auf ihren weitläufigen Wiesen vor strahlend blauem Himmel sehen. Was für ein Pferdeleben!

Ein kurzer geschichtlicher Exkurs zum Gestüt: Im Jahr 1900 kaufte William Walker einen Gutshof und begann Vollblutpferde zu züchten. Das Gestüt wurde schnell bekannt: Walker war nämlich ein ziemlicher Exzentriker, der die Pferde gemäß ihrer Sternzeichen paarte und für jedes Fohlen aufgrund der Sternenkonstellation bei seiner Geburt ein Horoskop erstellen ließ. Tatsächlich war er damit sehr erfolgreich:  Zwischen 1904 und 1914 gewannen Walkers Pferde alle klassischen Rennen in Irland. 1915 schenkte er das Gestüt der britischen Krone. Dafür wurde Walker geadelt und erhielt den Titel Lord Wavertree. Bis 1943 hieß das Gestüt British National Stud Company, es wurde dann der irischen Regierung übergeben. 1945 wurde die Irish National Stud Company gegründet, die das Gestüt heute noch betreibt (allerdings ohne Horoskope).

Das Gestüt liegt auf einer wunderschönen Anlage, in der sich mehrere Gärten, zum Beispiel St Fiachra’s Garden oder der Japanese Garden, in dem man quasi dem Pfad des Lebens folgt, befinden.

Wir haben uns zwar zwischendurch verlaufen – und das, obwohl der Garten wirklich nicht groß ist – aber wir haben alle wichtigen Stationen gefunden! Und zwar gerade noch rechtzeitig vor Schließung! Um Punkt 18.00 Uhr verließen wir das Gestüt und fuhren nach Dublin. Gegen 20.00 Uhr fanden wir uns im Hostel ein und trafen um 22.00 Uhr Daniel. Hat also alles gut geklappt!

On our way to Dublin, where I wanted to spend my birthday weekend, Tara and I stopped in Kildare, where Ireland’s National Stud is located. Fortunately, the weather was very good and so we could enjoy the sight of all the mares and foals on the spacious meadows as well as the walks through the different gardens, i.e. St. Fiachra’s Garden and the Japanese Garden where we could follow the “path of life”.

The first years of the stud are very interesting, in particular because of its owner: The stud was founded by Colonel Hall Walker  in 1900. He was very successful with his horses, although his eccentric breeding technique relied heavily on astrology: the fate of a foal was decided by its horoscope and the roofs of the stallion boxes opened on auspicious occasions to reveal the heavens and duly influence the horses’ fortunes. In 1915, he gave the stud to the British government, and in 1943 it was given to the Irish government and thus became the Irish National stud.

We left the stud at about 6 pm and went on to Dublin, where we arrived two hours later. At 10 pm, we met Daniel who wanted to celebrate my birthday with me – so all was set for a long birthday weekend in Dublin and in Wicklow!

Direkt zum Ferienbeginn machte ich eine der extremsten Erfahrungen meines Irlandjahres, und zwar die Besteigung des Croagh Patricks, des heiligen Berges der Iren. Ich hatte ja in Glendalough ein ganz bisschen Bergsteigererfahrung gesammelt, aber der Croagh Patrick war nochmal eine ganz andere Hausnummer…

Aber der Reihe nach – die Ferienzeit fing ja ganz entspannt an… Auf dem Plan stand, noch einige Regionen Irlands zu bereisen, in denen ich noch nicht (so oft) gewesen bin, und dabei noch einige der anderen Assistenten zu treffen. So fand sich Samstag abend Tara bei mir in New Ross ein und Sonntag mittag machten wir uns auf den Weg Richtung Norden. Ein erster Zwischenstop fand in Athlone statt, wo wir bei Dörthe zu Abend aßen. Dörthe hatte eigentlich geplant, danach mit uns mit zu kommen, aber sie war auch noch mit Von-der-Schule-Erholen und Aufräumen und Packen beschäftigt und entschloss sich daher, zu Hause zu bleiben.

So fuhren Tara und ich abends alleine weiter und kamen kurz nach 22.00 Uhr in Carrick-on-Shannon, Jakobs Wohnort, an (wir hatten unterwegs unfreiwillig ein paar Landstraßen getestet). Den Pub, wo wir Jakob treffen wollten, fanden wir dann aber doch relativ schnell. An diesem Sonntag spielte Jakob nämlich seine letzte “Traditional Session” in Carrick-on-Shannon – er hatte ja während der Fremdsprachenassistentenzeit gelernt, Bodhrán, eine traditionelle irische Trommel, zu spielen, und sich einer Gruppe von Musikern angeschlossen, die jeden Sonntag abend im Pub zusammen musizierten.

An diesem Abend waren ziemlich viele Musiker da, die aber echt gut miteinander harmonierten. Zwischendurch standen auch immer mal wieder irgendwelche Leute auf und trugen einfach ein Lied vor… Insgesamt war es also ein richtig toller und vor allem sehr irischer Abend – ich war jedenfalls total glücklich, zum Ende meines Irlandjahres eine echte irische “Session” miterleben zu dürfen!

Am nächsten Tag fuhren Tara und ich weiter nach Ballinrobe, wo wir Jenny einsammeln wollten. Wir kamen am frühen Nachmittag an und stärkten uns erstmal mit einem Tee, bevor wir Richtung Westport aufbrachen. Kurz dahinter liegt nämlich der Croagh Patrick. Und der machte uns von Anfang an klar, dass ein Aufstieg keine leichte Sache sein würde. Es ging nämlich mehr oder weniger gerade den Hügel hoch, und zwar nicht auf einem gut ausgetretenen Wanderpfad, sondern auf einem von Steinen durchzogenen Weg, der mich froh und dankbar für meine Wanderschuhe machte. Immerhin entschädigte der Blick über die Bucht, ebenfalls von Anfang an, für die Strapazen.

Je höher wir kamen, desto besser konnten wir – auch dank des wider Erwarten guten Wetters – die vielen kleinen Inseln in der Bucht sehen…

Nach dem ersten Teil des Aufstiegs konnten wir uns auf einem ebenen Stück Weg ein bisschen erholen und den Blick auf die Inseln und auch ins Landesinnere genießen, bevor die eigentliche Anstrengung, nämlich der Aufstieg zum Gipfel, begann.

Es ging einfach gerade die Flanke des Berges hinauf – im gefühlten 45° Winkel! Wie steil das ganze in Wirklichkeit ist, kann man auf dem ersten Croagh-Patrick-Foto, das ich hier gepostet habe, eigentlich nur erahnen. Erschwerend kam hinzu, dass hier überhaupt kein richtiger Weg mehr existierte, sondern nur noch eine Geröllhalde, sodass man bei jedem Schritt aufpassen musste, die Füße richtig zu setzen…

Am Ende musste man sich wirklich zu jedem einzelnen Schritt überwinden…. Wenn man dann aber oben ist (in unserem Fall knapp 2,5 Stunden, nachdem wir losgegangen waren), vergisst man die Strapazen doch relativ schnell. Der Blick über die Bucht ist atemberaubend! (Das fand auch der Schokohase, den Dörthe uns tags zuvor als Reiseproviant mitgegeben hatte.)

Und ja, ich war tatsächlich oben!

Einen Stein hatte ich in alter Pilgertradtion auch noch mit hochgeschleppt; den habe ich nach einer kurzen Erholungs-Sandwich-Pause, in der wir von fiesen kleinen Mücken fast aufgefressen worden sind, zu all den anderen Steinen gelegt, die den Gipfel des Croagh Patrick ausmachen.

Nach einem kurzen Aufenthalt machten wir uns wieder an den Abstieg. Der ging zwar etwas schneller als der Aufstieg, aber man musste sich wirklich total konzentrieren, um da einigermaßen heile wieder runter zu kommen. Es ist echt schwer zu glauben, dass es tatsächlich Leute gibt, die hier barfuß hoch und wieder runter pilgern, aber wir haben auf dem Rückweg tatsächlich zwei Jungs getroffen, die genau das gemacht haben…

Wir Mädels waren aber mehr als froh über unsere Wanderschuhe und kamen so nach mehr als vier Stunden am und auf dem Croagh Patrick heile wieder am Auto an.

Auf dem Rückweg fuhren wir kurz durch Westport, bevor wir in Ballinrobe kurz vor Schließung des einzigen Supermarktes, der am Bank Holiday überhaupt geöffnet hatte, noch Tiefkühlpizza für alle ergattern konnten. Und die hatten wir uns auch echt verdient! Nach dem Abendessen sind wir dann nur noch hundemüde ins Bett gefallen…

Am nächsten Tage wollten Tara und ich eigentlich nach Inis Mór (Inishmore), also auf die größte der drei Aran Islands fahren, aber da es ununterbrochen regnet und total diesig ist, ließen wir das sein und fuhren ein bisschen an der Küste der Galway Bay entlang, bis wir am Coral Beach landen, einem Strand, der nur aus Korallen besteht.

Dort sammele ich natürlich einige Minikorallen ein und dann geht es wieder zurück nach Galway, wo wir ein bisschen Zeit in der Stadt verbringen. Am späten Nachmittag fahren wir dann zurück nach Athlone und übernachten wieder bei Dörthe, bevor es am nächsten Tag weiter Richtung Osten geht. Das war also der erste der drei Abschnitte meiner letzten zwei Reisewochen in Irland!

I had several travel plans for my last two weeks in Ireland – and one of them involved climbing Croagh Patrick, Ireland’s holy mountain, which turned out to be the most extreme experience of my year in Ireland. But let me tell the whole story in sequence…

On Saturday evening, Tara arrived in New Ross, and on Sunday, in the early afternoon, we drove up to Athlone, where we had dinner at Dörthe’s flat. From there, Tara and I went on to Carrick-on-Shannon (Dörthe had planned to come with us, but she realized she was too tired and so she stayed at home). We arrived in Carrick at about 10pm and went to a local pub where we met Jakob, who had learned to play the Bodhrán, a traditional Irish drum, during his year in Ireland and had joined some musicians who met at that pub every Sunday to play their instruments together. For me, it was a very nice and very Irish experience – all the traditional instruments and songs and all the happy people in the pub…

On Monday, Tara and I went on to Ballinrobe, where we met Jenny, who wanted to climb Croagh Patrick with us. So we arrived at the bottom of the mountain in the afternoon and started our strenuous uphill climb. At the beginning, there was a stony path which lead us straight up the hill. It was exhausting from the beginning onwards, but, on the other hand, the views were worth it from the beginning, too. After 1/3 of the climb, there was a level path where we could see the beautiful region of Connemara as well as the bay. There we could relax a little before the final part of the climb began, which lead us straight up the mountainside! This part was aggravated by the fact that there was no paved path – just stones! You really had to watch every single step of your feet…

After 2,5 hours, we finally reached the top of the mountain where we enjoyed the breathtaking views over the bay as well as some well-deserved sandwiches and chocolate before climbing downhill again. It is almost unbelievable but there actually are people who make a pilgrimage up here barefoot!

Of course, we were quite tired when we finally arrived at the car, but we still drove through Westport to have a look at this lovely little town. But nothing more, we decided to drive on to Ballinrobe after a couple of minutes… Arriving there, we bought some frozen pizza – again, well deserved – before going to bed.

On Tuesday, Tara and I wanted to go to Inismór (Inishmore), the largest of the three Aran Islands, but unfortunately the weather was so bad that we decided not to go. We spent the day at the coast of the Galway bay instead, stopping at Coral Beach (which consists of millions of little corals!) and Galway city before returning to Athlone, where we spent the night at Dörthe’s appartment again. So this was the first part of my final Irelandholidays, and a very exciting one it was!

Eigentlich hatte ich mir ja für die letzten Wochen in Irland das Motto “Kein Wochenende ungenutzt lassen” gesetzt und dementsprechend relativ kurzentschlossen geplant, vom 25. bis zum 27. oder 28. Mai nach Ballina zu Kim zu fahren. Aber erstens wäre das ganz schön viel Fahrerei gewesen und zweitens ist mir auf einmal bewusst gewesen, dass nur noch eine Woche Schule vor mir lag und dass ich davon keinen Tag verpassen wollte – was Kim nur zu gut verstand…

Und so verbrachte ich ein ruhiges Wochenende in New Ross und mir endlich den John F. Kennedy Park auf dem Hook Head an, wo ich ein bisschen spazieren ging…

Danach noch eine Stunde am Strand und eine gute Stunde auf dem Pferderücken und fertig war ein höchst entspannender Sonntag.

Am Montag ging ich dann in die Schule und genoss meine letzten Stunden in vollen Zügen. Eine richtig schöne Überraschung erlebte ich am Dienstag: Unter dem Vorwand einer Besprechung für die 2nd years wurde ich in die Cafeteria gelockt, wo all meine Schüler versammelt waren und applaudierten, einer von den 6th years und der Schulleiter kleine Reden hielten und ich Geschenke (Töpferwaren aus Thomastown) bekam. Da war ich total sprachlos… Im Gegenzug habe ich in den letzten Stunden jede Menge Süßigkeiten an die Schüler verschenkt und ihnen noch ein paar deutsche Lieder vorgespielt.

Auch vom Kollegium wurde ich verabschiedet, und zwar am Freitag. Auch dieses Mal wurde eine kleine Rede gehalten und ich bekam eine Karte und ein Armband. Total lieb! Das war also der allerletzte Schultag und ich ging mit einem komischen Gefühl nach Hause.

Aber am Abend sollte ich die meisten Lehrer ja nochmal wieder sehen, und zwar zu Staff Party bei Corcoran’s. Dort gab es zunächst ein Dinner, bevor wir zum gemütlichen Teil des Abends übergingen – ja, genau, man ließ uns auf die Theke los… Da es richtig schön warm war, konnten wir lange draußen im Biergarten sitzen und dort unsere Kaltgetränke zu uns nehmen. Dieser Abend war definitiv ein richtig schöner Abschluss meiner Lehrtätigkeit am Good Counsel College, und auch da war ich ganz schön wehmütig, als ich dann ins Taxi nach Hause stieg…

I didn’t want to miss any of my last school days – thus, I spontaneously cancelled a trip to Ballina to visit Kim and spent a quiet weekend in New Ross instead, visiting John F. Kennedy National Park on the Hook Head, spending time on the beach and going horse-riding with Laura.

On Monday, I went to school  where I had to say good-bye to some of my classes already. But I saw them all again on Tuesday when I was called to the cafeteria – and all my students were assembled there! One of them gave a little speech, as did the headmaster, and then I got presents (beautiful pottery)! It was sooo nice and I didn’t know what to say… They all got sweets in return, and I played Germany songs in the following classes.

Another nice surprise happend on Friday: during breakfast-time, one of the teachers stood up and held a little speech for me again, and I received a present from the staff, which was a a greeting card and a beautiful bracelet that had been made in Ireland. So I had a very nice last school week, and it was really weird to go home and to know that my job as an assistant teacher was done…

But at least I would met most of the teachers one more time later that day – we had our staff party at Corcoran’s in the evening. After a nice dinner, we spent the evening talking and drinking Guinness, wine and/or cocktails. It was really warm that day and so we could even spend some time outside in the pub garden! All in all, the staff party was a fabulous finish of my year of teaching at Good Counsel College and I was really sad when I said good-bye to all the teachers late at night (or rather early in the morning)…

Am 21. Mai war Irland mal wieder in Sommerlaune, und da ich ja noch frei hatte, konnte ich Dörthe und Sophia zum Hook Head begleiten – eine gute Entscheidung, wie sich herausstellen sollte, auch wenn ich etwas müde war…

Wir liefen zuerst ein bisschen am Leuchtturm herum, bevor wir zum Baginbun Head fuhren und dort eine gemütliche Stunde am Strand verbrachten – inklusvie Zehen-ins-(eiskalte)-Wasser-Halten!

Great sunshine on May 21st – perfect conditions for driving to Hook Head, walking around the lighthouse, sitting on the beach at Baginbun Head and just enjoying the sun! And this is exactly what Dörthe, Sophia and I did on that Monday…

Gegen halb 8 kam ich nach meinem Besuch im Fota Wildlife Park endlich in Tralee an. Tara war schon aus dem Haus – es stand nämlich noch das Sommerfest ihres Kollegiums an, das dann später in ihre Party übergehen sollte… Ihre Mitbewohnerin Karen war allerdings noch zuhause, und Jenny und Jakob waren auch schon da, sodass wir den Abend starten konnten. Es gab Pizza und das ein oder andere kalte Getränk, während wir zur Unterhaltung Musikvideos anguckten, die Jakob als guter Musikstudent fachmännisch analysierte.

Während Jakob, der einen ruhigen Abend verbringen wollte, kurz darauf losfuhr, um in sein Hostel einzuchecken, machten Jenny und ich uns für die Feierei fertig. Unterdessen kam Jakob wieder zurück – bei seinem Hostel hatte ihm niemand die Tür aufgemacht und so musste er in Taras Haus übernachten, wo später noch eine Hausparty geplant war. Dementsprechend sollte zwar der Abend, nicht aber die Nacht ruhig werden. Aber dazu gleich mehr.

Jenny, Karen und ich gingen erstmal in ein Pub, wo wir ein paar Minuten lang blieben, bis es weiter in den gegenüberliegenden Club ging. Dort beschäftigten Jenny und ich uns mit der Getränkeauswahl, mit der Tanzfläche und mit der Unterhaltung mit anderen Deutschen, die wir natürlich, wie immer in Irland, sogleich ausfindig gemacht hatten. Irgendwann kamen dann auch Tara und ihre Kollegen dazu und wir alle tanzten, bis die Lichter angingen. Das war gegen drei Uhr morgens… Danach ging es mit dem Taxi zurück zum Haus, wo die Party bis morgens um halb 7 weiterging – es entstanden äußerst lustige Unterhaltungen und einige Partygäste besuchten Jakob in seinem Zimmer, sodass der Arme ebenfalls bis morgens um halb 7 wach war. Als es draußen schon hell wurde, warfen Tara, Jenny und ich die letzten Gäste (alles Lehrer) raus und gingen dann endlich ins Bett.

Am nächsten Tag waren wir alle erstaunlich fit, was auch gut war – Tara hatte nämlich geplant, dass wir am Strand reiten gehen! Total cool! Karen kam auch mit, weil sie den Stallbesitzer kannte, und so arrangierte sie, dass sie und ich in jeder beliebigen Gangart vorausreiten durften, wenn wir wollten. Noch viel cooler! Zum Glück hat es nicht geregnet, mein Pferdchen hat alles gemacht, was ich wollte (es hat sich sogar teilweise in ein Seepferdchen verwandelt) und es war eine richtig tolle Stunde auf dem Pferderücken!

Auf dem Hof stand auch noch ein süßes Fohlen, das ganz zutraulich in meine Kamera blickte…

Nach einer kurzen Stärkung machten wir uns gleich wieder für den Abend fertig. Schließlich stand heute das Champions League Finale an… Zunächst waren wir immerhin noch einigermaßen optimistisch…Aber über den Ausgang des Spiels muss ich, glaube ich, nichts sagen… Der Ausgang unseres Abends war dagegen mal wieder typisch irisch: wir waren natürlich gleich als Deutsche erkannt worden und wurden daraufhin von einem Pubbesucher zur Geburtstagsfeier eines Freundes, der einen deutschen Vater hatte, eingeladen. Wir zögerten natürlich zuerst, aber ein “nein” wurde nicht akzeptiert. Und so fanden wir uns gegen Mitternacht in einem irischen Privathaushalt in Tralee wieder, zusammen mit den Eltern und Gästen des Geburtstagskindes sowie einem luxuriösen kalten Buffet und einer Bierzapfanlage. Eine sehr skurrile Situation irgendwie (nicht wegen des kalten Buffets, das war super, sondern weil wir logischerweise niemanden kannten, nicht mal das Geburtstagskind, aber das störte niemanden). Letztendliche war das ganze also auch wieder richtig lustig. Die Nacht war dann auch eher kurz…

Am nächsten Morgen mussten wir uns erstmal mit einem irischen Frühstück stärken, bevor es auf nach Dingle ging. Dort machten wir auf dem Weg zum Connor Pass Halt an einem Bergsee, bevor wir am Pass selbst die Aussicht genossen.

Danach ging es weiter nach Dingle, wo wir bei Murphy’s ein Eis genossen und ein bisschen durch die bunten Gassen bummelten.

Am frühen Nachmittag machten Jenny, Tara und ich uns dann wieder auf den Rückweg. Ich musste nämlich abends in New Ross sein, weil ich mich dort mit Dörthe und ihrer Schwester Sophia treffen wollte, und Jenny musste eh abends in Limerick sein, um ihren Bus nach Ballinrobe zu erwischen. Also führte mich der Rückweg diesmal über Limerick, wo ich Jenny am Busbahnhof absetzte, und machte mich dann auf den langen Heimweg nach Hause, wo ich zeitgleich mit Dörthe und Sophia eintraf. Die beiden kochten noch schnell ein Abendessen und ließen mich freundlicherweise daran teilhaben, bevor wir alle hundemüde ins Bett fielen.

After my visit in Fota Wildlife Park, I arrived at Tara’s house in Tralee at about 7.30 pm, where I met Jenny, Jakob and Tara’s flatmate Karen. Tara herself was at a staff party already, but we met her later on in a club after we had dinner and got ready for the night.

Before Tara arrived, Jenny and I (Jakob stayed at home because he needed a quiet evening, as he said) met some Germans in the club – as you always do in Ireland – and we stayed there til about 2.30 in the morning, because that was the time when the pub was closing. Some of the teachers of Tara’s school and us girls went to Tara’s place afterwards where we continued the birthday party until 6.30 in the morning…

After some hours of sleep, we went to Castlegregory on the Dingle Peninsula, because Tara had arranged something special for her birthday – horseriding on the beach! Karen knew the owner of the stable and so she and I were allowed to ride as fast as we wanted to. So we could walk and trot and even canter on the beach as well as in the sea! Great stuff! It was such a fabulous experience…

In the evening, we went to a pub again to watch an important soccer match – the Champions League final between Bayern München, a German team, and FC Chelsea. Unfortunately, Bayern München lost and we were all a bit depressed – as were half of the people in the pub, who were cheering against Chelsea (because they are an English team). And of course, one of those people realized that we were Germans and so he invited us to a birthday party where he himself was invited to – because the father of the birthday boy was German… Thus, we spent the evening at a birthday party where we knew nobody – but nobody cared really, we rather received a warm welcome, as it is typical in Ireland.

The night was short again, and so we slept in on Sundy. Then we all had a full Irish breakfast before heading on to Dingle again, where we enjoyed the spectacular views at the Connor Pass once more as well as some icecream at Murphy’s in Dingle Town. While Jakob and Dominic stayed in Dingle, Jenny, Tara and I left the town in the early afternoon because Jenny had to return to Ballinrobe that day and I had to go back to New Ross to meet Dörthe and her sister Sophia in the evening. I gave Jenny a lift to Limerick from where she wanted to take the bus to Ballinrobe and then drove on to New Ross, where I arrived pretty much in the very minute that Dörthe and Sophia arrived. We had dinner together and went to bed soon after that.

Auf dem Weg zu Taras Geburtstagsfeierlichkeiten in Tralee legte ich einen Zwischenstopp auf Fota Island kurz vor Cork ein. Dort liegt der Fota Wildlife Park, ein Tierpark, in dem die meisten Tiere auf großen Weiden zu bestaunen sind…

oder sogar frei durch den Park hüpfen.

Die gefährlicheren Tiere…… (oder diejenigen, die sich von keinem Zaun abhalten ließen, das nächste Schiff in ihre Heimat zu besteigen) haben immer noch ziemlich große Gehege…

und so hatte ich trotz des andauernden Regens meinen Spaß, die Giraffen, Zebras, Büffel und verschiedenen Antilopen auf ihren Weiden zuzusehen, den Affen auf den Inseln, auf denen sie hier leben, beim Schreien zuzuhören und ihre Kletterkünste zu bestaunen.

I was invited to Tara’s birthday party on May 18th in Tralee, and I decided to drive there via Cork so that I’d be able to visit Fota Wildlife Park on my way. Fota is special because most of the animals are living on large  fields, are kept in spacious runs or are even running free in the park.

I really enjoyed my time there although it was raining like crazy. But it was just too much fun to see all the zebras and giraffes and antilopes and monkeys and so on…

Nachdem ich das erste Maiwochenende wegen der Hochzeit meiner Cousine am 05. Mai zuhause verbracht hatte, kam am nächsten Wochenende gleich wieder ein Stück Deutschland zu mir nach Irland, und zwar in Gestalt von Kirsten und Simon, die am 10. Mai mittags in Dublin landeten und dann den Bus nach Waterford nahmen, wo wir uns nachmittags trafen. Wir bummelten ein bisschen durch die Stadt und gingen durch den Verkaufsraum von Waterford Crystal, bevor wir uns auf den Weg nach New Ross machten, wo wir einen Shepherd’s Pie zum Abendessen aßen, den ich vorbereitet hatte, um die beiden richtig auf Irland einzustimmen…

Am Freitag schliefen meine Besucher aus und machten dann einen Spaziergang durch New Ross, während ich arbeitete. Nach der Schule wollten wir natürlich das schöne Wetter nutzen und fuhren deswegen auf den Hook Head, mit Zwischenstops in Duncannon, am Hook Head Lighthouse und in der Carnivan Bay, die am Baginbun Head liegt.

Auch am nächsten Morgen lockte uns das gute Wetter ans Meer – nach einem ausgedehnten irischen Frühstück machten wir uns auf den Weg an die Copper Coast, die Küste westlich von Waterford. Dort fuhren wir zu der schönen Bucht bei Annestown, wo wir zunächst am Strand rumspazierten und -saßen, einem älteren Herrn bei seinen Fitnessübungen zusahen und uns die Sonne ins Gesicht schienen ließen.

Schon oft ist es mir hier in Irland passiert, dass die Zeit viel schneller vergeht als gedacht, und auch dieses Mal waren wir erstaunt, wie spät es schon wieder geworden war. Wir sind also nur noch ein bisschen auf den Klippen herumgeklettert und mussten uns dann ganz schön beeilen, um noch all unsere “Programmpunkte” des Tages abhaken zu können. So fuhren wir direkt nach Lismore, wo wir ein bisschen durch einen kleinen Stadtpark spazierten. Wir wären auch gerne in den Schlossgarten von Lismore Castle gegangen, aber leider war der Eintritt relativ teuer und wir hätten dann nicht genug Zeit für einen lohnenswerten Besuch gehabt. So ging es direkt Richtung Norden, und zwar über die Panoramastraße “the Vee”, die vom County Waterford durch die Knockmealdown Mountains ins County Tipperary führt. Von der Passstraße aus hatte man eine tolle Aussicht über die Countys – das Foto zeigt den Blick nach Tipperary…

Am Fuße der Berge lag dann Cahir Castle in Cahir (dieses Städtchen wird übrigens [Kär] ausgesprochen, wenn man von [Kahier] spricht, weiß kein Ire, wovon man redet;) – nur falls mal jemand von euch nach dem Weg dorthin fragen möchte…).

Wir haben die Burg natürlich gleich besichtigt – sehr zum Leidwesen besonders von Simon, wie sich bald herausstellte: die Iren sind ja nicht gerade für ihre Körpergröße bekannt, und vor ein paar Jahrhunderten waren die Menschen hier sicherlich noch mal ein paar Zentimeter kleiner, und dementsprechend bauten sie auch ihre Burgen. So mussten Simon mit seinen knapp zwei Metern Körpergröße sich ziemlich verbiegen, um durch die engen und niedrigen Gänge zu passen. Aber meistens lohnte sich die Mühe, und wir alle bekamen einen guten Eindruck von den verschiedenen Räumen der Burg.

Nachdem wir die Burg gründlich erforscht hatten, machten wir uns auf den Weg nach Cashel, weil ich Kirsten und Simon den Rock of Cashel, der ja bekanntermaßen einer meiner Lieblingsplätze in Irland ist, nicht vorenthalten wollte. Allerdings kamen wir zu spät, um das Gelände zu besichtigen, aber man gewinnt ja auch einen guten Eindruck, wenn man drum herum läuft.

Danach gingen wir noch zur Hore Abbey auf der anderen Straßenseite, bevor wir uns wieder auf den Rückweg nach New Ross machten.

Für Sonntag war dann ein Ausflug ins County Kilkenny geplant. Der erste Zwischenstop war in Inistioge, wo wir das Auto im Dörfchen stehen ließen und zu Fuß zu den Woodstock Gardens gingen, die logischerweise ganz anders als bei meinem letzten Besuch im Winter aussahen – alles grünte und blühte wie verrückt!

Von Inistioge aus dauerte es nur ein paar Minuten, bis wir in Thomastown waren, wo wir zu Jerpoint Park fuhren. Hier befindet sich nicht nur die “lost town” Newton Jerpoint, ein im Mittelalter florierendes Städtchen, das seit dem 17. Jahrhundert verfällt und dessen Gebäude sich heute nur noch unter der Oberfläche der Wiese erahnen lassen, sondern auch Jerpoint Church, die ein ganz eigenes Geheimnis birgt.

Hier (und nicht bei Jerpoint Abbey, wie ich am Anfang meines Jahres in Irland dachte) findet sich nämlich ein Grabmal, das angeblich die sterblichen Überreste des Nikolaus beherbergt. Es gibt hier ja die Legende, dass die Gebeine des Nikolaus, der Bischof von Myra war, von Kreuzrittern aus Bari nach Jerpoint mitgenommen und hier begraben wurden. Die Grabplatte des betreffenden Grabes zeigt eine steinerne Figur, die einen Bischof darstellt, und links und rechts davon zwei weitere Gesichter, die die beiden Kreuzritter repräsentieren, die ihn hierher gebracht haben. Also, wer weiß? Vielleicht stand ich dem Nikolaus bzw. seinen Überresten wirklich gegenüber… (Das sollte im nächsten Jahr eine reichliche Ausbeute im Nikolausstiefel bringen, finde ich, vor allem, weil ich den guten Herrn ja letztes Jahr schon ziemlich gut vertreten habe;)…).

Nach unserem kleinen Erkundungsgang auf dem Gelände gingen wir zu Belmont Haus, auf dessen Land Jerpoint Park steht, zurück und nahmen dort im Teeraum hochherrschaftlich unseren Nachmittagstee sowie ein paar Scones zu uns.

Gut gestärkt ging es weiter nach Kilkenny, wo wir uns das Castle anguckten sowie durch das Design Center und über die High Street bummelten. Danach fuhren wir zurück nach New Ross und verbrachten den Abend damit, die Harry Potter-Version von Cluedo, die Kirsten im Schrank gefunden hatte, zu spielen…

Am nächsten Morgen nahm Noirin Kirsten und Simon zum Bus nach Waterford mit, während ich in die Schule ging – am nächsten Wochenende standen nämlich Taras Geburtstagsfeierlichkeiten in Tralee an, und ich wollte mich bereits Freitag auf den Weg machen, um unterwegs im Fota Wildlife Park anhalten zu können. Dazu aber mehr im nächsten Eintrag…

Ich glaube, dass ich zwei weitere Fans für Irland gewonnen habe – das Land hat sich mal wieder von seiner besten Seite gezeigt und wir haben sooo viel gesehen und erlebt. Es war jedenfalls wieder ein richtig schönes Wochenende!

After I spent the first weekend of May at home because of my cousin’s wedding, a tiny bit of Germany came over to Ireland on the weekend after that: Kirsten and Simon, two friends from school, were visiting. We met in Waterford on May 10th and walked around in the city center and had a look at the Waterford Crystal Shop before driving to New Ross, where I made a Shepherd’s Pie for dinner.

I had to work on Friday, so Kirsten and Simon slept in and went for a walk in New Ross. Fortunately, the weather was still perfect when my work day had ended and so we went down to the Hook Head, stopping at Duncannon, the lighthouse and Carnivan Bay at Baginbun Head.

Saturday was a day at the sea as well – at least the first half of it. We went to Annestown Beach and stayed there for quite some time, so that we had to hurry up in order to reach Lismore, where we wandered about a little park in the city center. We also wanted to take a closer look at Lismore Castle and its garden, but unfortunately the entry fee was quite expensive and we didn’t have enough time anyway. So we drove on northwards, taking the scenic route “The Vee” through the Knockmealdown Mountains which offered stunning views on the counties Waterford and Tipperary. At the foot of the mountains, we stopped in Cahir and visited Cahir Castle (which has loads of little hallways and corridors, so that Simon, who is almost 2,00 m tall, had to go through some trouble to reach every room). But in the end it was all worth it, I’d say, and so we all got a good impression of the castle!

Afterwards, we went on to Cashel to see the Rock of Cashel. Unfortunately, the premises were closed already, but we still got a good view from the next field. We also visited Hore Abbey before driving back to New Ross.

For the next day, we had planned to go northwards, namely to Kilkenny, but we stopped every now and then on our way up there. The first stop was in Inistioge, where we visited Woodstock Gardens (which obviously looked totally different from the first time I visited them, which was in December – everything was so green and there were beautiful flowers everywhere). Then we went to Jerpoint Park near Thomastown, where the lost medieval town of Newton Jerpoint is still visible under the surface of the meadow. But the most exciting thing about Jerpoint Park is Jerpoint Church, where, as legend has it, St. Nicholaus is buried (the official grave is in Bari, but there is the myth that some crusaders brought him from there to Jerpoint Church). The tomb slab at least shows a bishop and two faces on each side of his own face, which could hint at the two crusaders who brough the remains of the Nicholaus with them. Yeah! I said “hello” to the Nicholaus! So I think I deserved loads of Nicholaus presents this year, don’t you agree?!

The grounds where Jerpoint Church is on belong to Belmont House, which has nice tearooms, and so we had our afternoon tea and scones there before heading on to Kilkenny, where we visited the Castle and had a look at the Design Centre and the high street.

On Monday morning, Noirin drove Kirsten and Simon to the bus station in Waterford, while I went to school. The two of them went to Dublin, where they spent a couple of exciting days before flying home on Thursday. I’d say Ireland has two new fans….