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Archive for January, 2012

Das Wetter war auch am 22. Januar viel zu schön, um direkt wieder nach Hause zu fahren – es zog Dörthe und mich noch einmal ans Meer. Diesmal wollten wir aber Richtung Süden fahren, und zwar nach Dun Laoghaire (“Ach du meine Güte, wie soll man das denn bitte aussprechen?!” “Ist gar nicht so schwer: ‘Dun Lieri’!”), das laut Reiseführer “ein schöner Vorort von Dublin [ist], der von den wohlhabenden Einwohnern der Hauptstadt als angenehmes Wohnviertel geschätzt wird”. Ein anderer Reiseführer weist noch auch die “wohlerhaltenen Bürgerhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert” hin, die Dun Laoghaire zu einem “beliebten Alterssitz für den Ruhestand” machen.

In solch einen vornehm klingenden Ort kann man natürlich nicht einfach so fahren, beschlossen wir. Und da es unglaublich windig war, hieß es zunächst: Die passende Ausrüstung besorgen! Bei Penny’s, der ersten Adresse für spontane Kleidungskäufe in Irland, wurden wir mehr oder weniger schnell fündig und deckten uns mit “vornehmen Tüchern”, Sonnenbrillen und Handschuhen ein.

Diese neuen Accessoires wurden an der DART-Station Tara Street direkt angelegt und so fuhren wir gut gestylt nach Dun Laoghaire.

Dort angekommen, sind wir erst ein bisschen am Hafen entlang spaziert und haben die beeindruckenden Gebäude von gleich zwei Yachtclubs bewundert. Schließlich ist der Ort der wichtigste Passagier- und Yachthafen der Dublin Bay…

Auf dem Pier haben wir dann noch ein paar unserer Eleganz angemessene Fotos gemacht…

Vom Hafen aus sind wir weiter Richtung Süden, nach Sandyhurst, flaniert und haben dabei den Blick auf Howth genossen. Unterwegs haben wir noch einen kurzen Zwischenstopp auf einem Kinderfest gemacht, das gerade in einem kleinen Park von Dun Laoghaire statt fand – mit Hüpfburgen, Geschicklichkeitsspielen und jeder Menge Imbissständen… Aber sein Essen muss man sich erst einmal verdienen,und da ich unbedingt den Martello Tower in Sandyhurst und den Forty Foot Pool besichtigen wollte, haben wir das Mittagessen zunächst verschoben.

Unser Weg wurde nur von einer kurzen Trainingseinheit mit Meeresblick unterbrochen……und dann sind wir schließlich am Turm angekommen.

Es gibt an der irischen Ostküste übrigens jede Menge  Martello Towers – die Briten haben diese Türme als Verteidigung gegen die Invasionsversuche napoleonischer Truppen errichtet. Warum ist also gerade der Martello Tower in Sandyhurst so interessant? Nun, in diesem Tower hat im Jahr 1904 einer der berühmtesten irischen Schriftsteller, James Joyce, gewohnt, und die Anfangsszene seines berühmtesten Romans, Ulysses, spielt hier. Heute befindet sich in dem Turm ein kleines Museum, in dem eine Originalausgabe von Ulysses sowie weitere Originalmanuskripte, persönliche Gegenstände und Fotographien des Schriftstellers ausgestellt werden. Leider hat das Museum in den Wintermonaten nur einmal im Monat auf, und den Januartermin haben wir knapp, nämlich um eine Woche, verpasst…

Es gibt aber noch einen anderen Ort in Sandyhurst, der von literarischer Bedeutsamkeit ist, und zwar den Forty Foot Pool, der direkt zu Füßen des Joyce Towers liegt. An dieser Stelle steigen bei Wind und Wetter tapfere Menschen in die Fluten – ja, Menschen; lange Zeit – und davon zeugt heute noch ein Schild mit der Aufschrift “Gentlemen’s Bathing Place” – durften hier nur Männer ins kalte Nass springen. Unbekleidet, natürlich. (Auch ein Charakter aus Joyces Ulysses nimmt ein solches morgendliches Bad, deswegen die literarische Bedeutsamkeit.)Die Frauen wollten aber irgendwann auch in den Genuss eines erfrischenden Bades an genau dieser Stelle kommen, und seit ungefähr 20 Jahren ist ihnen dies erlaubt. Nacktbaden darf man heute nur noch vor 9.00 Uhr morgens…

Es finden sich tatsächlich jeden Tag genügend verrückte Iren, die in die eisigen Fluten springen. Wir haben uns kurz mit einer irischen Lady unterhalten, die gerade vom Schwimmen zurückkam und völlig begeistert vom Bad war (“It was lovely – really refreshing!”)  – und das bei einer Wassertemperatur von fünf oder sechs Grad. Im Sommer soll es übrigens nicht viel wärmer sein…

“Ach, die Badestelle ist doch menschenleer”, denkt ihr jetzt sicher. Tatsächlich ist kurz zuvor noch ein ganzer Footballverein im Wasser gewesen, und wir haben natürlich auch Beweisfotos von Menschen auf dem Weg ins und im Wasser gemacht.

Und obwohl es wirklich schweinekalt war…

…bin ich dann letztendlich auch noch reingesprungen;)!

Auf dem Rückweg hat uns dann doch noch das obligatorische irische Regenschauer erwischt, aber der dazugehörige Regenbogen ist natürlich nicht lang ausgeblieben und hat uns mit dem irischen Wetter schnell wieder versöhnt. (Der dazugehörige Kobold ist wahrscheinlich auch ein Fan der Forty Foot Badestelle, sonst würde er seinen Regenbogen ja wohl nicht im Meer enden lassen!)

Wir haben uns noch schnell in einem netten Café bei Tee bzw. heißer Schokolade und einem Muffin aufgewärmt, ich habe mir eine leckere Quiche vom Kinderfest als Reiseproviant geholt und so ging es gut gestärkt wieder zurück nach Dublin und von dort schließlich mit dem Bus nach New Ross.

Unser “High Society Tag” in Dun Laoghaire hat jedenfalls großen Spaß gemacht, und das Städtchen war noch mal ein interessanter Kontrast zur wildromantischen Klippenlandschaft von Howth tags zuvor. Es ist wirklich fast nicht zu glauben – und man vergisst das auch ganz schnell – wie nah man doch eigentlich der Großstadt Dublin ist, und wie problemlos man die Erholungsgebiete rundherum erreichen kann. Aber es ist eben auch gerade dieser Kontrast, der für Irland typisch ist und das Land so einzigartig macht!

The weather was way too beautiful to go home directly on January 22th, and so Dörthe and I decided to go to Dun Laoghaire (pronounced “Dun Leeree”), a little village close to Dublin which is said to be quite noble and posh. So we dressed up a little, buying nice scarfs, big sun glasses and gloves in order to fit in, and then took the DART again, which brought uns to Dun Laoghaire in about 30 minutes.

We first strolled around the harbour, taking (as we called it) “high society pictures” of each other, and then went on to a little fair, which took place in a park that day. The food there smelled delicious, but we decided to come back again later on, do a little exercise at the seaside, and walk on to the Martello Tower in Sandyhurst. Martello Towers were built all along the east coast of Ireland by the British because they were afraid of Napoleon…Years later, namely at the beginning of the 20th century, one of Ireland’s most famous authors, James Joyce, lived in the tower in Sandyhurst. Today, the so-called James Joyce Tower is a museum with original manuscripts, pictures and personal items of the author, but unfortunately it is openend only once a month during winter times – and the last opening day had been a week earlier…

So instead of visiting a museum, we visited a bathing place, namely the Forty Foot Pool, where people go swimming every day – even during the winter months. This pool used to be for men only (because they were bathing naked), but about 20 years ago women started to protest against that and were finally allowed to swim there as well – with clothes (today, it is only allowed to bath nakedly before 9am). We had a little chat with an Irish lady who just returned from a swim, finding it “quite refreshing and lovely” – with the water being only five or six degree Celsius warm (or cold, rather).

Of course, I insisted to swim a little as well, and did so, as you can see in the picture (me jumping into the water)…

On our way back in the afternoon, it started to rain for a little while (a typical Irish event) and a beautiful rainbow could be seen across the bay shortly after. We finished our little trip to Dun Laoghaire at a cozy café, where we drank tea and hot chocolate respectively and both ate a delicious muffin. We then went back to Dublin, and from there I took the bus home to New Ross.

It is really amazing to find beautiful spots and villages so close to the huge city of Dublin – but this contrast is quite typical for Ireland and makes the country even more special to me!

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Am 20. Januar habe ich mich morgens um 7.00 Uhr auf den Weg nach Dublin gemacht, weil um 10.00 Uhr ein Treffen der deutschen Fremdsprachen-assistenten in Dublin statt fand. Es war schön, direkt am Anfang des neuen Jahres alle wieder zu sehen und natürlich sind wir auch abends noch durch Dublin gezogen, haben uns ein oder mehr Pint im “The Pint” genehmigt und schließlich noch im “Stags Head” eine tolle Band gehört, die irische und internationale Musik gespielt hat, und zwar auf Gitarre, Bodhrán (eine irische Trommel) und Flöte – gesungen wurde aber natürlich auch.

Da wir also alle die weite Reise nach Dublin auf uns genommen hatten, wollten wir am nächsten Tag die Gelegenheit beim Schopf ergreifen und etwas von Dublins Umgebung sehen – in unserem Fall die nördlich gelegene Howth Peninsula, die etwa 15 Kilometer von Dublin entfernt ist. Die Halbinsel ist aber problemlos mit der DART (Dublin Area Rapid Transit) zu erreichen, die ihrem Namen alle Ehre machte und uns in einer halben Stunde bis zur Endstation Howth brachte.

Im Hafen war das Wetter noch nicht wirklich vielversprechend, aber die Schiffe sahen trotzdem sehr malerisch aus…

Während wir durchs Dorf in Richtung Klippenwanderweg spazierten, kam sogar ein obligatorisches irisches Regenschauer runter, was uns aber zum Glück nicht davon abhielt, dem kleinen Pfad auf den Klippen zu folgen.

Und kurze Zeit später kam die Sonne hervor, sodass wir mit spektakulären Aussichten auf die Klippen und über die irische See belohnt wurden.

Sogar erste Vorboten des Frühlings waren auf dem Klippenweg schon zu sehen: der Ginster fängt langsam an zu blühen.

Von der Ostseite der Halbinsel hatten wir einen tollen Blick auf das Baily Lighthouse an der Südostspitze der Insel.

Der Leuchtturm wurde, als wir da waren, von den durch die Wolken brechenden Sonnenstrahlen erleuchtet – das war natürlich der richtige Hintergrund für ein Gruppenfoto!

Die nächste Station unserer Wanderung war “The Summit”, eine Hügelspitze, von der man noch mal einen tollen Blick auf den Leuchtturm hatte.

Von da aus ging’s wieder zurück nach Howth, aber auch auf dem Rückweg boten sich uns noch tolle Aussichten über die Insel und das Dorf Howth – einige Dorfteile sahen von dort sogar ein bisschen mediterran aus, fanden wir…

In Howth wieder angekommen, bewunderten wir noch kurz die dekorativ herumfliegenden Möwen, aber dann wollten wir uns doch irgendwo ein bisschen aufwärmen (so schön Irland auch im Januar ist – es ist doch ganz schön kalt…)

Wo geht man also hin, wenn man sich in Irland gemütlich irgendwo hinsetzen will? Richtig, in einen Pub! Leider gab es dort nur ein einziges Heißgetränk, und zwar Hot Whiskey

(Die Alternativen waren übrigens die typischen Biersorten, Shots, Cola oder Fanta, und letztendlich hat die Gruppe die ganze Bandbreite dieser Getränke gewählt – von Cola bis Bailey’s war so ziemlich alles dabei und hat die erst ganz schön müde Truppe dann doch ziemlich schnell wieder munter gemacht!)

Am frühen Abend kamen wir dann wieder in Dublin an und hatten alle einen Bärenhunger! Aber in Hostels kann man ja wunderbar kochen und so gab es für alle Gnocchi mit Tomatensoße und gedünstetem Gemüse.

Den Rest des Abends haben wir uns dann philosophischen Betrachtungen über die regionalen Eigenheiten der deutschen Sprache gewidmet – von Ostwestfalen über Rheinländer, Schwaben, Dresdener/Frankfurter, Bayern und Österreichern war bei unserer Gruppe nämlich alles dabei. Jenny, Eva, Tara und Dominic sind dann gegen Mitternacht bewundernswerterweise noch in einen Pub weitergezogen; der Rest war dazu zu müde und so sind wir alle schlafen gegangen.

Es war eine richtig gute Sache, nach Howth zu fahren. Die Halbinsel ist wirklich einen Besuch wert, selbst im Januar, und bietet ganz in der Nähe irische Bilderbuchlandschaften. Ich hoffe, dass ich nochmal hinfahren kann – wer kommt mit? Freiwillige vor, meldet euch;)!

On January 20th, there was another meeting of the German foreign language assistants, which was a nice opportunity to meet all the others almost directly after the Christmas holidays. Of course, many of us stayed the night in Dublin, and so we went to the Pubs for some pints (in “The Pint”) and some irish live music (in the “Stags Head”).

On the next day, we decided to go to Howth Peninsula, which is about 15 km north of Dublin. The DART, the Dublin Area Rapid Transit, took us there, taking only about 30 minutes.

At the beginning, the weather was not too nice, and it even rained a little, but soon after we had reached the cliff path, the sun came out and shone on the stunning scenery of Howth Peninsula and the Irish Sea.

From the eastern part of the peninsula, we had a spectacular view on Baily Lighthouse in the southeast of Howth – a good background for group photos.

Afterwards, we walked up to The Summit, a little hill, and went back to Howth village. On the way back, the view was also great, and some parts of Howth even looked a bit mediterrane in the sunlight.

Back in Howth, we went to pub in order to warm up, but the only drinks available were Hot Whiskey, beers, shots, coke and fanta. Well, that’s life… But it was good to have a little break before going back to Dublin.

In the evening, we were all very very hungry and so we started to cook soon after returning to the hostel. We had gnocchi with tomato sauce and delicious vegetables. We spend the evening chatting about the different characteristics of the German language in the different regions of Germany, because all people in the group actually live all over the country. Some of us even went to a pub afterwards, but I was too tired and went to bed at midnight.

Howth was a stunning experience and I really hope to return at some point in time!

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Für den 15. Januar hatten wir uns keine Fahrt in die Umgebung mehr vorgenommen. Nur ein gemütliches irisches Frühstück, schnell noch Athlone angucken und vielleicht noch in ein oder zwei Geschäfte – mehr stand nicht auf dem Plan. Schließlich hatte Tara noche eine sechsstündige Fahrt nach Hause vor sich…

Aber wenn drei gerade wieder ins Kleidungskaufparadies Irland zurückgekehrte Mädels auf eine Shoppingmetropole wie Athlone (es gibt hier zwei ziemlich große Einkaufszentren, und eins davon sogar in Sichtweite von Dörthes Wohnung…) treffen, ist es fraglich, ob eine derartige Planung durchgehalten werden kann. Das irische Frühstück haben wir natürlich in Ruhe zu uns genommen, aber anstatt danach direkt in Richtung der Sehenswürdigkeiten von Athlone zu gehen, zog es uns erst einmal ins besagte erste Einkaufszentrum…

So war es schon Mittag, als wir zum ersten Highlight von Athlone kamen, nämlich dem Shannon, der auch hier ziemlich weit über seine eigentlichen Ufer getreten war und sich eher als ein See präsentierte…

Immerhin, die Brücke über den Fluss war problemlos passierbar – wir mussten nämlich noch auf die andere Seite, um die Kathedrale St. Peter und Paul, Athlone Castle sowie Sean’s Bar, den ältesten Pub Irlands, zu besichtigen.

Aber danach zog es uns doch ins zweite Shoppingzentrum (zu unserer Verteidigung muss ich aber sagen, dass es ansonsten auch nicht mehr allzu viele Sehenswürdigkeiten in Athlone gibt. Viel interessanter als Gebäude oder Statuen war für mich eh die Tatsache, dass Athlone sich nahezu im geografischen Mittelpunkt Irlands befindet und darüber hinaus in zwei Countys liegt: der westliche Teil ist im County Roscommon, während der größere, östliche Teil im County Westmeath liegt). So verschob sich unser Abfahrtszeitpunkt immer weiter nach hinten… Letztendlich sind wir irgendwann nach vier Uhr losgefahren und konnten auf der Fahrt noch den Sonnenuntergang bewundern.

Tara hat mich gegen 19 Uhr in New Ross abgesetzt und ist selbst irgendwann kurz vor Mitternacht in Tralee angekommen, nachdem sie sich noch verfahren hat und beim Nach-dem-Weg-Fragen mit einem “netten älteren irischen Herrn” geschnackt hat. Aber ich glaube, sie hat die Fahrerei in die Mitte von Irland genauso wenig bereut wie ich!

We actually had quite a simple plan for January 15th: having an Irish breakfast, doing some sightseeing in Athlone, and, maybe, going shopping for a very little while – in the end, Tara had to drive six hours in order to get back to Tralee, her home… But since Ireland is a great place for shopping clothes and since Athlone has two shopping centers with lots of great clothes shops, our plan changed slightly during the day…

Instead of going sightseeing, we went shopping directly after breakfast. As a result, it was noon before we had even seen the first highlight of Athlone, which is the Shannon River. But because of high water, the Shannon rather looked like a lake than a river… Still, it was possible to cross the bridge, which we did in order to look at the cathedral St. Peter and Paul and Sean’s bar, the oldest pub in Ireland.

After that, we went on to the next shopping center… In the end, we left Athlone some time after 4.00 pm, and I arrived in New Ross at about 7.00 pm. Tara got a bit lost on her way back to Tralee and thus had a chat with a “nice Irish gentleman”, who gave her the directions back home. She arrived there shortly before midnight, but I am sure that she did not at all regret the trip to the middle of Ireland – just as little as I did!

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Schon eine Woche nach der Weihnachtspause hat mich die Reiselust wieder gepackt, und da es Tara und Dörte, zwei anderen Assistentinnen, ähnlich ging, stand für das Wochenende vom 13. bis zum 15. Januar wieder ein Roadtrip auf dem Programm: Tara ist am Freitag nach New Ross gekommen, am Samstag morgen sind wir direkt weiter nach Athlone, das fast in der Mitte von Irland liegt, gefahren und am Sonntag dann wieder zurück.

Samstag morgen ging es also ganz früh Richtung Norden – die Reise wurde nur durch einen kurzen Stop in Kilkenny unterbrochen, wo wir uns Kilkenny Castle und den angrenzenden Park sowie die schmalen Gassen der Stadt im Morgenlicht angesehen haben.

Gegen Mittag sind wir in Athlone angekommen und haben uns von da aus gleich wieder auf den Weg nach Süden gemacht. Ca. 25 km von Athlone entfernt (und natürlich nur über eine schmale Straße erreichbar) liegt nämlich Clonmacnoise, eine alte irische Klosteranlage.

Immerhin war Clonmacnoise gut ausgeschildert und nicht zu verfehlen…

Es wird überliefert, dass das Kloster im Januar 547 vom heiligen Ciaran gegründet worden sein (er hat übrigens leider nur den Bau des ersten Kirchengebäudes erlebt, weil er kurz danach gestorben ist.)

Das Kloster dagegen entwickelte sich bald zu einem der berühmtesten geistlichen Zentren Irlands und hatte sogar den Rang einer Universität – was unter anderem daran liegt, das es verkehrsgünstig am Shannon und an Ost-West-Handelswegen erbaut wurde.

Die Mönche fertigten hier in den Schreibstätten wertvolle Handschriften an, wie beispielsweise die Annalen von Tighernach (11. Jhd.) und das Book of the Dun Cow (12. Jhd. – ja, das bedeutet wirklich “Buch der dunkelfarbigen Kuh”; Ciaran wurde Zeit seines Lebens stets von einer dunkelbraunen Kuh begleitet, deren Haut nach ihrem Tod später in Clonmacnoise aufbewahrt wurde. Laut einer Legende legten sich Sterbende auf diese Kuhhaut, um sich so eine gesicherte Reise ins Jenseits zu ermöglichen), und stellten in Werkstätten Krummstäbe, Reliquienbehälter und andere Gegenstände her.

Die Blütezeit des Klosters dauerte bis zum 12. Jahrhundert an, und während dieser Zeit standen mehrere kleine schlichte Holzkirchen auf dem Gelände. Bereits ab dem 9. Jahrhundert begannen allerdings die Wikinger und dann auch die Normannen, das Kloster immer wieder zu überfallen (im Jahr 1179 wurden beispielsweise über 100 Häuser von den Normannen niedergebrannt). Die Mönche ließen sich trotz der wiederholten Angriffe nicht davon abbringen, die Anlage immer wieder aufzubauen (ab dem 10. Jahrhundert bauten sie Steinkirchen), aber als 1552 englische Truppen alles, dessen sie habhaft werden konnten, geraubt hatten, und die Anlage ein Jahrhundert später unter Oliver Cromwell erneut verwüstet wurde, überließen sie das Kloster sich selbst, und so verfiel es über die Jahre.

Heute lässt sich an Clonmacnoise gut erkennen, wie typische irische Klosterbezirke aufgebaut waren: überall auf dem Gelände finden sich verstreut kleine Kirchen,  zahlreiche Hochkreuze und alte Grabsteine (in Clonmacnoise findet sich die größte Sammlung an alten Grabsteinen in Westeuropa). Häufig liest man darauf übrigens die Inschrift OR DO (“ein Gebet für”).

Grundsätzlich ist auffällig, dass es kein herausragendes Gebäude in Clonmacnoise gibt. Sogar die Kathedrale ist nicht viel größer als die restlichen Kirchen auf dem Gelände.

Es gibt drei besondere Hochkreuze in Clonmacnoise, und zwar das North Cross, das nur noch als Fragment erhalten ist, das South Cross und das Cross of the Scriptures/Flann’s Cross, das laut Inschrift dem Hochkönig Flann Sinna geweiht sein soll. Um die Kreuze, die ja immerhin aus dem 9. Jahrhundert stammen, vor Verwitterung zu schützen, stehen die Original im Besucherzentrum der Kosteranlage; auf dem Gelände selbst stehen dafür Kopien. Die Kopie des Cross of the Scriptures befindet sich direkt vor der Kathedrale.

Natürlich darf in einer irischen Klosteranlage ein Rundturm nicht fehlen; Clonmacnoise hat sogar zwei davon, nämlich O’Rourke’s Tower und Mac Carthy Tower. Gerade letzterer diente uns als beliebtes Fotoobjekt – von der Kathedrale aus gesehen, mit Blick auf den Shannon (der übrigens momentan ordentlich Hochwasser führt) – und mit dem Krümelmonster, das uns nach Clonmacnoise begleitet hat und sich gleich mehrfach in Bilder eingeschlichen hat.

Wir hatten übrigens Glück – die Anlage war fast menschenleer. Das soll im Sommer ganz anders sein… Schließlich ist Clonmacnoise eines der beliebtesten Ziele in Irland und dazu noch ein Pilgerort: jährlich am 9. September, dem Tag des heiligen Ciaran, kommen die Menschen schon seit langer Zeit für eine Wallfahrt nach Clonmacnoise. Die Reste des alten Pilgerweges, die direkt zum Temple Ciaran führen, sieht man übrigens noch heute.

Kurz bevor wir gingen, brach noch einmal die Sonne durch die zwischendurch aufgezogenen Wolken, sodass Clonmacnoise im Abendlicht erstrahlte.

Bevor wir uns wieder auf den Weg machten, haben wir noch die etwas kuriose Ruine einer alten Normannenburg, Clonmacnoise Castle, aus der Nähe (d.h. von einer Kuhwiese aus) betrachtet. Diese stammt vermutlich aus dem 13. Jahrhundert und war Teil einer Wehrlinie entlang des Shannon – die Erdwälle kann man heute noch erkennen. Im 17. Jahrhundert ist die Burg durch Cromwells Truppen zerstört worden.

Anstatt direkt wieder zurück nach Athlone zu fahren, wollten wir uns noch irgendwo mit einer heißen Schokolade aufwärmen. Im kleinen Örtchen Shannonbridge, das nur aus einer Hauptstraße und aus einer Brücke über den Shannon (daher auch der Name, logisch!) besteht, sind wir allerdings nicht fündig geworden und so hat es uns am Ende noch nach Ballinasloe verschlagen. Dort haben wir uns in einem süßen Café ein Stück Toblerone-Bailey’s-Käsekuchen geteilt (und das nicht mal zu dritt geschafft – lag vielleicht auch daran, dass die heiße Schokolade dort mit einer ordentlichen Portion Marshmallows serviert wurde).

Abends in Athlone konnten wir uns dann nicht mehr aufraffen, nochmal raus zu gehen, und so haben wir einen gemütlichen Mädelsfilmabend in Dörthes Wohnung verbracht.

The first week in Ireland after the Christmas break had not been totally over and I had already travel plans again – as did Tara and Dörthe, two other assistants. So we decided to drive up to Athlone in central Ireland, where Dörthe lives, in order to visit the monastery of Clonmacnoise.

On our way up there on January 14th, Tara and I stopped in Kilkenny in the early morning, having a look at the castle, its park and the cute little streets of the town before driving on northwards.  We arrived in Athlone at noon and went straight on to Clonmacnoise, which is about 25 km away from Athlone.

Clonmacnoise, situated at the banks of the River Shannon, is one of the most famous monasteries in Ireland. Founded by St. Ciaran in 457, it became soon an important monastery. The monks there wrote books such as the Annals of Tighernach (11th cent.) and the Book of the Dun Cow (12. cent., named in honour of the cow which had accompanied Ciaran during his lifetime) and produced croziers, reliquaries and other objects need in a monastery.

So the monastery became quite wealthy, which caused the Vikings and the Normans to attack it many times. In the 12th century, more than 100 houses were burnt. But the monks build up their monastery again and again until finally, in 1552, the English took away everything valuable and Cromwell’s troups destroyed the whole monastery a century later. It was abandoned then and fell into ruin.

Today, Clonmacnoise is a good example for a typical Irish monastery, with little churches all over the area as well as round towers (two, in this case), high crosses and graves, which (together with our traveling companion of that day – the cookie monster) were all great photo subjects.

Before we left, we also had a look at Clonmacnoise Castle, an old Norman castle which also fell into ruins over the years.

Since it was a cold day, all of us wanted a hot drink and so we drove on to Shannonbridge (where we couldn’t find any café at all, only a bridge across the Shannon) and then to Ballinasloe (where we found a really nice café serving cheescake and hot chocolate with marshmallows).

Back in Athlone, we spend the evening in Dörthe’s flat, watching a film and talking til late.

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Ich bin gut wieder in Irland angekommen und bin auch ohne Probleme wieder in den Schulalltag reingerutscht – vielleicht auch, weil ich gleich die erste Woche nutzen konnte, den 2nd Years ein Stückchen Deutschland besonders anschaulich zu vermitteln, nämlich die deutsche Frühstückskultur.

Dass die Iren ja ziemlich spezielle Frühstücksgewohnheiten haben, habe ich hier schon erwähnt: Das Frühstück ist mit Speck, Bohnen, Spiegelei, Würstchen, Blutwurst, Porridge (Haferbrei), gegrillten Tomaten und Toast mit Butter nämlich mehr als herzhaft und äußerst sättigend. Vollkornbrot und Brötchen sind dagegen kaum bekannt…

Meine 2nd Years, die das neue Jahr mit dem Thema “Essen” begonnen haben und sich zuerst mit den Unterschieden zwischen irischem und deutschem Frühstück befasst haben, konnten sich also unter Schinken und Kinderwurst nicht wirklich etwas  vorstellen, und sie kennen auch meistens nur eine einzige Käsesorte (die dafür in allen Variationen): Cheddar. Da aber Aldi eine großartige Auswahl an Aufschnitt hat und der Lidl in New Ross vor kurzem endlich um einen Backshop erweitert worden ist, bot es sich an, ein deutsches Frühstück zu veranstalten.

Ich habe also German Salami, German Black Forest Ham, German Baked Ham, Emmentaler, Nutella, Marmelade, Frischkäse und Butter gekauft und morgens vorm Unterricht noch jede Menge normale und Vollkorn-Brötchen sowie ein Kürbiskernbrot, und Vincent hat Orangensaft mitgebracht (laut Deutschbuch das typische Frühstücksgetränk). Die Schüler, die davon ja nichts wussten, haben sich schon sehr gefreut, als sie in den Klassenraum gekommen sind, und gut mitgearbeitet (sonst, so hat Vincent angedroht, würden wir Lehrer alles alleine aufessen…). In der zweiten Hälfte der Doppelstunde haben sie dann alle ihr gerade gelerntes “guten Appetit” herausgeschmettert und dann hieß es (quasi im wahrsten Sinne des Wortes) “ran an den Speck!”.

Damit ihr auch mal einen Eindruck von meinen Schülern in ihren Uniformen, von Vincent und vom Klassenzimmer bekommt, habe ich das ganze fotografisch festgehalten.

Wir haben dann noch Marisa, die Spanischlehrerin, zu uns eingeladen, weil sie immer gerne deutsche Spezialitäten probiert – das war jedenfalls bei der Weihnachtsschokolade und den Weihnachtsplätzchen der Fall, und auch diesmal hat sie sich sehr über ihr Wurstbrötchen gefreut.

Um noch fotogener zu wirken, hat sich der junge Herr rechts übrigens extra mit Wasser eine schicke Frisur verpasst – seine vier Nutellabrötchen hat er also äußerst stilvoll verspeist;).

Für mich ist am Ende noch ein Kürbiskernbrötchen übrig geblieben, das ich wirklich sehr genossen habe. Es gab also auch für mich noch mal ein bisschen den Geschmack Deutschlands!

I arrived safely back in Ireland on Monday night and did not have too many problems to get used to everyday routine in school – this might have been because I organized a German breakfast for my 2nd years, who deal with the topic “food” at the moment but, being used to an Irish breakfast with beans, sausages, bacon, grilled tomatoes and toast with butter, have no idea about a German breakfast and the items belonging to it – like wholemeal bread and bread rolls.

But the local Lidl and Aldi stores have a great range of German products (Lidl even has a bakery producing German bread rolls), so I decided to prepare a German breakfast for my students.

They were, of course, very delighted – as was the Spanish teacher, whom we also invited – and enjoyed the different sorts of meat (wurst), a cheese different from Cheddar, and especially the chocolade spread “Nutella”.

I took pictures of the whole event and one of the students even gave his hair a new style (with the help of water) in order to look better.

In the end, there was a German pumpkin seed roll left, so I ate that one and got a little taste of Germany also!

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